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Nabelschnurblut-Stammzellen unter der Lupe

Während der Schwangerschaft ist der Babybauch eine wahre Großbaustelle. Im Körper eines heranwachsenden Kindes wimmelt es geradezu von gesunden und leistungsfähigen Stammzellen. Neun Monate lang leisten sie eine einzigartige Aufbauarbeit, damit aus wenigen Zellen ein kleiner Mensch wird.
 

Nabelschnurblut-Stammzellen: Heute eine Kostbarkeit

Stammzellen wandern kurz vor der Geburt übers Blut ins Knochenmark
Wanderung der Stammzellen
Zur Geburt ist die Aufbauarbeit der Stammzellen abgeschlossen. Sie ziehen sich dahin zurück, wo sie während der gesamten Lebensdauer eines Menschen ihr Hauptquartier haben: die blutbildenden Stammzellen ins Knochenmark, andere in die Organe. Während dieser Wanderung ist das Blut reich an Stammzellen.

Nach der Geburt und Abnabelung bleibt etwas von diesem Blut in der Nabelschnur zurück. Bis vor rund 20 Jahren war Nabelschnurblut nur Abfall, bis die moderne Medizin entdeckte, wie viele Stammzellen darin stecken. Heute kann man das Blut in der Nabelschnur zur Geburt einfach und völlig risikolos entnehmen und aufbewahren. So steht es den Kindern von heute für spätere Behandlungen schnell zur Verfügung.
 

Nabelschnurblut-Stammzellen besser als Knochenmark

Bislang musste man für Therapien auf Knochenmark-Stammzellen zurückgreifen. Nabelschnurblut-Stammzellen haben denen gegenüber jedoch eine Reihe von Vorteilen. Sie sind unbelastet von Infektionen, einfach zu gewinnen und stehen im Krankheitsfall binnen Stunden zur Verfügung. Ihre größte Stärke ist jedoch, dass sie durch ihre Jugendlichkeit ein viel größeres Heilungspotenzial als die vergleichsweise alten Knochenmark-Stammzellen haben und weniger Komplikationen verursachen.

Es gibt aber auch einen Nachteil: Die Menge an Nabelschnurblut-Stammzellen, die sich gewinnen lässt, ist begrenzt. Bei bestimmten Erkrankungen, wie etwa Krebs, gilt jedoch: Je größer das Körpergewicht des Patienten, desto mehr Stammzellen werden benötigt. Forscher arbeiten deshalb intensiv daran, dass Stammzellen vermehrt werden können. Ein eigenes Nabelschnurblutdepot würde dann ausreichen, um immer wieder junge Stammzellen zur Verfügung zu haben – egal, wie oft man sie braucht. Im Bereich der Regenerativen Medizin benötigt man dagegen weniger Stammzellen, so dass auch kleine Mengen helfen können. Hier geht es darum durch Stammzellen bestimmte Selbstheilungsprozesse im Körper zu aktivieren oder Gewebeersatz herzustellen.
 
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